Jean Tinguely

Bild: Jean Tinguelys Musikmaschine Klamauk aus dem Jahr 1979 bei der Fahrt durch die Basler Innenstadt in 2011.
Ó VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Alles, nur kein Stillleben.
Maschinen, Motoren und eine bewegende Kunst

MARTIN SCHUSTER

Woran kann man beizeiten den zukünftigen Künstler erkennen? Am rebellischen Temperament und an früher Schaffenskraft!. Auch sollte schon der Jugendliche eine Ahnung vom Kunstbetrieb haben. All das galt für Jean Tinguely. Er musste wegen Aufsässigkeit und Unpünktlichkeit seine erste Lehrstelle aufgeben. Sein zweiter Lehrherr gab ihm Gelegenheit, die zeitgenössische Kunst kennenzulernen. Von Tinguely wird erzählt, dass er als Knabe ein Wasserlabyrinth baute, das mit dem Wasser verschiedene Töne erzeugen konnte. Wie so oft wird ein solches Kindheitsthema zum Keim der künstlerischen Produktion.
In Tinguelys späterem Werk bemerkt man Einflüsse von Dada, aber auch von Alexander Calders Mobiles. Tinguely fügte dem traditionellen Kunstwerk die Bewegung hinzu. In einer ersten Phase des Schaffens entstanden Meta-Miro, Meta-Malewitsch oder Meta-Kandinsky genannte Konstruktionen, die den abstrakten Bildern der im Titel genannten Künstler eine Bewegung hinzufügten.
Wenn die eigene Mutter bei einer Ausstellung bemerkt, was das denn für nutzlose Maschinen seien, muss das kein schlechtes Zeichen sein: Man hat mit seinem Werk offensichtlich einen ganz erheblichen Abstand zum traditionellen Kunstbetrieb gewonnen.

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