Der Baum ist wie ich

Sind zwei Bäume abgebildet, wird die
Zweizahl zur Grundlage der Metaphorik
:
hier beispielsweise für Mutter und Kind.
Foto: Hildegard Ameln-Haffke

Baumbilder als Metaphern und Spiegelbilder der menschlichen Seele. Ein Psychotest

Wie jedes Wort oder jeder Satz eine übertragene Bedeutung besitzen kann, ist dies auch bei Bildern der Fall. Oft sind diese Bedeutungsschichten einem Maler oder dem Betrachter einer Werbebotschaft nicht bewusst. Sie werden daher weder kontrolliert noch rational überprüft, aber eben auch nicht manipuliert. Über ein gemaltes Bild und seine Deutungsmöglichkeiten steht dem psychologisch ausgebildeten Kunsttherapeuten ein Fenster zur Seele des Patienten zur Verfügung, das ganz andere und für das Erreichen des Therapiezieles viel geeignetere Eigenschaften besitzt als ein Gespräch. Jede bildhafte Manifestation enthält die Aussagen „So bin ich“ und „So geht es mir“. Deshalb können auch einfachste Zeichnungen vorzüglich als diagnostisches Element genutzt werden.
Ich bin wie der Baum. Metaphorik im Bild
Abbildungsentscheidungen werden nun von der Metaphorik „eins ist wie ich“ geleitet und richten sich dann nach der Lebenslage. Allerdings passiert das nur, wenn der Malende nicht erwarten muss, dass diese Selbstaussage erkannt werden soll und kann. Die naheliegende Wahl für ein bestimmtes Motiv oder einen bestimmten Bildaufbau kann sofort unterdrückt werden, wenn der Patient sich der diagnostischen Absicht des Therapeuten bewusst wird oder wenn sich aktuelle Erlebnisse in den Vordergrund drängen.