MaschinenTräume

Bild: Claude Monet La Gare Saint-Lazare 1877.
Musée d’Orsay, Paris

Wie die Kunst die Technik sah

EVA LUDWIG-GLÜCK

Denkt man an technische Darstellungen in der Kunst, so kommen einem sofort die Technikstudien des Renaissancekünstlers Leonardo da Vinci in den Sinn. Im Jahr 1965 ereignete sich in der Madrider Nationalbibliothek in dieser Hinsicht ein spektakulärer Fund: Die Handschrift Codex Madrid I-II wurde gefunden, die umfangreichste Ausarbeitung da Vincis zu Maschinenbau und Mechanik mit hunderten Studien zu Statik, Getrieben, Uhrentechnik, Schlosserei, Messinstrumenten und weiteren technischen Themen.

In der Tradition der visionären Maschinenentwürfe da Vincis stehen auch die Theatrum machinarum genannten Maschinenbücher, die von der Mitte des 16. bis ins 18. Jahrhundert entstanden und Kupferstiche von ebenso realen wie auch utopischen Maschinen und Konstruktionsideen versammeln. Bekannt sind etwa die Maschinenbücher, die Jacques Besson 1578, Jean Errard 1584 und Agostino Ramelli 1588 in Frankreich veröffentlichten. Diese zeigen Schöpfwerke zur Bewässerung, Bremssysteme für Kutschen, Perpetuum mobiles und weitere Konstruktionen. Eindrucksvoll ist auch das Werk Le diverse et artificiose machine des Festungsbauers Ramelli, in dem er etwa barocke Automatentechnik oder ein rotierendes Bücherpult skizziert.

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