Die Geschichte nie gemalter Bilder

Wolfgang Beltracchi vor der Camera obscura und der
nachgebauten Vermeer-Stube.
Foto: A. Lukas, ZOTT Artspace

Die Münchner Kunstplattform ZOTT Artspace und Wolfgang Beltracchi füllen mit dem Projekt Kairos. Der richtige Moment mögliche Leerstellen der Kunstgeschichte

Der eine ist erfolgreicher Unternehmer: Christian Zott, Gründer des international operierenden Konzerns MSE Solutions GmbH.

Der andere ist eine der faszinierendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunstszene: Wolfgang Beltracchi. Sein Name stand vor einigen Jahren für einen der weltweit größten Kunstfälscherskandale der Geschichte – und ist heute bekannt für eine ungewöhnliche künstlerische Begabung. Beltracchis umfangreiches kunsthistorisches Fachwissen in Kombination mit seiner intuitiven Sicherheit in der Beherrschung unterschiedlichster Malstile versetzen ihn in die Lage, Werke in der Handschrift von Campendonk, Léger, Max Ernst und anderen zu malen, wobei Beltracchi keine vorhandenen Werke kopiert, sondern neue, bislang nie gemalte Bilder auf die Leinwand bringt. Er studiert die Denkweise des jeweiligen Malers, seine Erfahrungen mit Farben, Textur, Licht und Geschichte, die Art des Farbauftrages, die Intensität und den Rhythmus des Duktus, den Hintergrund der Motivauswahl und das gesellschaftliche Umfeld, um anschließend im Stil dieses Künstlers ein völlig neues Bild zu malen.

INFO

www.zottartspace.com

 

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