Fantastische ParallelWelten

Iannis Nikou Die Richter 1770/1783.
Öl auf Leinwand, 115 x 170 cm.

© Iannis Nikou

Iannis Nikou im Münchner Hotel Le Méridien

Er zählt zu den erfolgreichsten Gegenwartskünstlern in Griechenland: Iannis Nikou. Parallel zum Studium der Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Athen zwischen 1965 und 1970 besuchte der Künstler auch die dortige Hochschule für Theater und Film. Seine Doppelausbildung ist seither in allen Arbeiten sichtbar: da ist zum einen die souveräne Beherrschung der handwerklichen Mittel des Malens und zum anderen ein nicht weniger souveränes Gefühl für das Szenische: Nikous Kompositionen scheinen immer ein Moment von Bewegung in sich zu haben. Sie strahlen oftmals eine solche Dynamik aus, dass der Betrachter meinen könnte, er habe ein Filmstill vor sich.
Das Werk von Iannis Nikou speist sich aus den Quellen des Unbewussten, des Mythos, der Magie, der Geschichte, aber auch der heutigen Wirklichkeit. Da ist zum Beispiel eine Arbeit wie Die Richter, in denen er das existentielle Ausgeliefertsein des Angeklagten vor den seelenlosen Augen des wie tierische Apparate wirkenden Richtergremiums thematisiert. Auch die Bibel ist für den Künstler eine nie versiegende Inspirationsquelle, wie das Werk Babel mit seiner Darstellung des legendären Turmbaus belegt.